Apenninen - Assisi

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endlich ankommen

Noch eine letzte Tagesetappe auf dem Weg nach Assisi - am 30. April ist es so weit. Die Abendgesellschaft trifft zufällig auch am Morgen wieder zusammen. Neu dabei ist Birgit aus Wien, die mich bis Assisi begleiten wird, weil sie sich darauf einlässt, unterwegs alle Orchideen kennenzulernen. Dazu gehört auch eine Albiflora-Form des Purpurknabenkrauts, der häufigsten Orchidee auf dem Franziskusweg. 

Auf dem Weg gibt es immer mehr Erinnerungsstätten für Franziskus. An einem Kreuz treffen wir Peter aus Neuseeland. Da bleibt es nicht aus, dass wir über Religion sprechen, Peter erklärt uns, dass er Atheist ist, sich aber in einem kosmischen Bewusstsein mit allem eins fühlt. An einem Brunnen freuen wir uns, dass das Ziel der Pilgerwanderung näher rückt, aber es ist auch etwas Wehmut dabei, dass es zu Ende geht.

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Unterwegs zeige ich Birgit auch Neotinea tridentata, Orchis simia, Cephalanthera longifolia und Cephalanthera damasonium und Ophrys sphegodes. Ein besonderer Blickpunkt ist ein Violetter Dingel (Limodorum abortivum). 

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Dann haben wir Assisi auf einmal vor Augen, die große Franziskus-Kathedrale ist schon von weitem zu sehen.

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Es ist ein großartiges Gefühl, nach so vielen Tagen zu Fuß endlich anzukommen.

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Im Pilgerbüro bekomme ich meinen letzten Stempel und ein Testimonio für den zurückgelegten Weg. Dann laufe ich zu meiner Unterkunft in der Nähe der Kirche San Damiano. Abends bin ich in der Pilgermesse in der Unterkirche von San Francesco. Danach bin ich mit Holger Pizza essen - er geht dann noch weiter bis nach Rom.

Am 1. Mai erlebe ich den ersten Tag seit 15 Tagen ohne Rucksack auf dem Rücken. Ich schaue mir San Damiano an, wo Franziskus beim Anblick des Kreuzes seine Lebensberufung erkannt haben soll. Am frühen Morgen ist es noch sehr ruhig in der Kirche und dem zugehörigen kleinen Kloster. Das Kreuz von San Damiano befindet sich heute in der Kirche Santa Chiara, dem architektonischen und spirituellen Gegenüber von Sankt Franziskus am anderen Ende von Assisi.

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Im Zentrum von Assisi wird heute das Fest Calendimaggio gefeiert, ein großes Frühlingsfest zum 1. Mai.

 

Gegen Abend schaue ich mir die obere Kirche von San Francesco an, mit den besonderen Fresken von Giotto aus dem Leben des Mönchs.

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hinauf zum Monte Subasio 

Am 2. Mai ist die Sehnsucht groß, wieder in die Natur zu kommen. Mein Ziel ist der Monte Subasio, ein 1290 Meter hoher Berg südöstlich von Assisi. Wie schön, dass ich dabei zunächst noch ein Stück dem Franziskusweg in Richtung Rom folgen kann. Unterwegs sehe ich im dichten Wald das Bleiche Waldvögelein (Cephalanthera damasonium) blühen. Der Blick ins Tal geht hinunter nach Santa Maria degli Angeli mit der gleichnamigen Basilika. 

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An einem felsigen Hang fühlte sich die Rote Spornblume (Centranthus ruber) wohl. Ihre Blüten locken das Braunauge und den Segelfalter an.

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Bald danach treffe ich am Eremo di Carcere ein - die Felshöhlen dort boten Franziskus und seinen Gefährten einen abgelegenen Rückzugsort, an dem daraufhin ein kleines Kloster errichtet wurde. Am Samstag ist die Einsiedelei das Gegenteil davon, große Scharen von Ausflüglern kommen mit Bussen und Autos.
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Wenige hundert Meter weiter bin ich wieder ganz einsam im Wald. Ein schmaler Pfad geht von der Straße weg. Alpenveilchen begleiten meinen Weg. Und ich studiere den für mich noch ganz unbekannten Kleinen Baldrian (Valeriana dioica), der wie die Rote Spornblume zu den Baldriangewächsen gehört.
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Der Blick geht hinauf zum unbewaldeten Monte Subasio. Sobald ich die Vegetationsgrenze zwischen Wald und Magerwiesen erreiche, tauchen die ersten Orchideen auf: Orchis purpurea und Orchis simia. In gut 1000 Metern Höhe hat der Frühling gerade erst begonnen. Hier blühen wunderschöne Narzissen (Narcissus poeticus).
 
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Die Hänge sind sehr karg bewachsen. Im kurzen Gras blühen vereinzelt der Österreichische Ehrenpreis (Veronica austriaca) und die Wegerich-Grasnelke (Armeria arenaria).
 
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Und dann sehe ich auch auch immer mehr Orchideen. Orchis mascula erkenne ich gleich. Aber dann gibt es da auch ein gelbes Knabenkraut, bei dem ich erst lange nachdenken muss, wann und wo ich dieses schon einnmal gesehen habe. Das ist das Wenigblütige Knabenkraut (Orchis pauciflora), das ich aus Apulien und Dalmatien kenne. 
 
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Je höher ich hinaufsteige, desto häufiger werden die Orchideen dieser beiden Arten. Sie stehen manchmal dicht nebeneinander. Und schließlich sehe ich auch Hybriden beider Arten. Orchis mascula x pauciflora wurde als Orchis x colemanii beschrieben. Die Färbung der Lippe zeigt deutlich die Einflüsse der beiden Elternteile. 
 
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Auf dem teilweise reicht steilen Berghang finde ich auch noch zumeist abblühende Dactylorhiza sambucina, die von Orchis pauciflora sofort mit seinen langen Tragblättern zu erkennen ist. Neben der gelb blühenden Form des Holunderknabenkrauts ist auch die rotviolett blühende Form anzutreffen. Außerdem sehe ich vereinzelte Orchis purpurea, Orchis simia, Anacamptis morio und Neotinea tridentata. Aber es findet sich keine einzige Ophrys - vielleicht ist der Nährstoffeintrag von Kühen und Pferden zu hoch. In der Ferne sehe ich eine kleine Herde der wilden Pferde vom Monte Subasio. 
 
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Portiunkula und Abschied

Am 3. Mai bin ich nochmal in Santa Chiara - dort wächst auf einem der äußeren Kirchenpfeiler die Rote Spornblume. Außerdem schaue ich mir San Rufino an, die Taufkirche von Franziskus. Ihren Abschluss findet die Pilgerreise in Santa Maria degli Angeli, kurz vor Beginn der langen Bahnfahrt nach Hause, mit einer Besichtigung der Portiunkula, der kleinen Kirche, in der Franziskus 1226 gestorben ist.
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