Apenninen

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auf dem Franziskusweg

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Seit Jahresbeginn trage ich mich mit dem Gedanken, einmal pilgern zu gehen. Den Alltag auf den Kopf stellen, körperliche Grenzen austesten, in die Natur eintauchen und hinspüren, was als Gotteserfahrung zu verstehen wäre – so stelle ich mir das vor. 800 Jahre nach dem Tod des mittelalterlichen Ordensgründers Franziskus stoße ich auf einen Zeitungsbericht über die Via di Francesco, den Franziskus-Pilgerweg. In dem Buch The Way of St Francis: Via di Francesco, von Sandy Brown, schaue ich mir die einzelnen Etappen an. Im März schreibe ich Klöster, Hotels und Pensionen an. Langsam entsteht ein Plan. Das Zugticket nach Florenz ist recht günstig. Die Rückfahrt von Assisi sieht etwas komplizierter aus, aber das kann ich später noch entscheiden. Natürlich will ich in Italien auch nach Orchideen schauen. In der Community frage ich nach der besten Blütezeit und entscheide dann, dass es Mitte April 2026 losgehen soll.

Apenninen - ein Überblick

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Die Via di Francesco führt durch mehrere Regionen der Apenninen. Östlich von Florenz geht es hinauf auf das Pratomagno-Massiv, das zum Toskanischen Apennin gehört und eine Höhe von 1592 Metern erreicht. Dieses Sandsteingebirge zwingt den Arno, den zweitgrößten Fluß Italiens, zu einem großen Bogen, ehe er seine Hauptrichtung von Ost nach West einschlagen kann. Nach dem Pratomagno erreicht der Weg den Casentino, der mit 1658 Metern noch etwas höher hinaufragt. Hier beginnen die ausgedehnten Wälder des Nationalparks Foreste Casentinesi, in denen auch die Klosteranlage La Verna liegt, ein wichtiges Etappenziel des Franziskuswegs. 

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Dahinter erreicht der Weg in 1254 Metern über dem Meeresspiegel seinen höchsten Punkt auf dem Monte Calvano. Nun geht es hinab ins obere Tibertal. Der längste Fluss in Italien wird bei Pieve Santo Stefano erreicht. Von dort geht es hinauf in den mittleren Apennin mit dichten Wäldern, in denen es nur wenige kleine Dörfer gibt. Das ändert sich in Sansepolcro, wo der Pilgerweg wieder auf den Tiber trifft und diesem in einem Bogen bis nach Cittá di Catello folgt. Inzwischen hat der Weg die Toskana verlassen und ist in Umbrien eingetroffen. Der dritte Fluss, der die Via di Francesco prägt, ist der Chiascio. Er entsteht aus mehreren kleineren Wasserläufen in der Nähe von Gubbio, fließt weiter nach Valfabbrica, um dann südwestlich von Assisi in einem breiten Tal in den Tiber zu münden.   

 

 

Auf dem Weg von Florenz nach Assisi habe ich 330 km zurückgelegt, mit Umwegen und botanischen Abstechern sind das etwas mehr als der offizielle Streckenverlauf von 274,1 km. Der gesamte Weg von Florenz nach Rom ist mit 517,6 km angegeben - diese Erfahrung haben dann Mitpilgerinnen und Mitpilger vieler Begegnungen unterwegs gemacht wie Holger, Christine und Georges, Katharina, Anne und Gerard.      

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