Apenninen - von Florenz nach Stia

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Florenz

Am 14. April komme ich am späten Nachmittag in Florenz an. Einen Tag nehme ich mir Zeit für die Stadt, besichtige auch den Dom mit dem botanisch ansprechenden Namen Santa Maria del Fiore, gewidmet der Heiligen Maria der Blume - gemeint ist wohl die Liliie als Symbol der Reinheit.

 

Mein besonderes Interesse aber gilt dem Ausgangspunkt des Franziskuswegs, der franziskanischen Basilika Santa Croce. Hier bekomme ich den ersten Stempel in meinem vom Bistum Gubbio ausgestellten Pilgerpass und schaue mir in der Kirche und dem benachbarten Kloster die zahlreichen Hinweise auf Franziskus an. Darunter ist ein Altarbild, das den Heiligen mit Stationen aus seinem Leben zeigt und das nur 20 Jahre nach seinem Tod entstanden ist. Darunter ist auch eine Darstellung, wie Franziskus mit Vögeln spricht - eine der Legenden, die Franziskus in einer besonders engen Verbindung mit der Natur sehen. 

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Im Arno-Tal

Nach einer unruhigen Nacht im Mehrbettzimmer des Hostels und einem Kaffee mit Croissant in einer Bar laufe ich am 16. April zur Kirche Santa Croce. Von dort sind es nur wenige Schritte zum Ufer des Arno, dem ich heute folgen werde. 
 
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Der Weg am rechten Arno-Ufer ist zunächst noch städtisch geprägt. Ich versuche, meinen Rhythmus zu finden, mich an den rund zehn Kilogramm schweren Rucksack zu gewöhnen. Hinter der Ortschaft San Jacopo al Girone geht es durch Olivenhaine einen Hügel hinauf und sofort werden Landschaft und Vegetation anmutiger. Erst grüßen am Wegrand das Weichhaarige Schwefelkörbchen (Urospermum dalechampii) und der Italienische Aronstab (Arum italicum). Dann sehe ich auch die erste Orchidee des Pilgerwegs, das Purpurknabenkraut (Orchis purpurea). Wie sich später zeigt, ist es die häufigste Orchidee auf dem Franziskusweg.
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Der Weg führt dann wieder ins Tal hinab und bald erreiche ich mein Tagesziel, das Städtchen Pontassieve.
 

Hinauf zum Consuma-Pass

Am nächsten Tag erwartet mich eine Etappe mit langen Steigungen. Umgeben von den Reben des Weinguts Frescobaldi liegt das Castello di Nipozzano. Die Weinberge begleiten mich bis zum Dorf Diacceto, wo eine Bar zu Kaffee und Kuchen einlädt.   
 
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013Danach beginnen ausgedehnte Wälder, aufgelockert von kleinen Wiesenhainen. Die blaue Sternanemone hält ihre Blüten am Morgen noch geschlossen. Weit geöffnet ist aber eine Ragwurz-Orchidee aus der sphegodes-Gruppe. Diese wurde erst 2011 von Rolando Romolini und Romieg Soca (In: Journal Europäischer Orchideen 43/4) als Ophrys minipassionis beschrieben. Zu den besonderen Merkmalen gehört die eher kleine, konvex geformte und rundliche Lippe mit einem kleinen Anhängsel in einer Einbuchtung. Die grünen Petalen der Blüte sind dunkler als die Sepalen. Auffallend bei der hier angetroffenen Pflanze ist der grüne Lippenrand. Der Artname bezieht sich auf Ophrys passionis, die Oster-Ragwurz, die ich in Südfrankreich in den Causses gesehen habe. 
 
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Neben Orchis purpurea blüht hier auch das Kleine Knabenkraut (Anacamptis morio). In den Wäldern bei Ferrano ist auch das Schwertblättrige Waldvögelein (Cephalanthera longifolia) zuhause und zu meiner Überraschung stoße ich an einem Hang auch auf das Provence-Knabenkraut (Orchis provincialis) mit seinen zarten roten Punkten auf blassgelber Lippe (für das Blütenfoto auf das große Bild klicken). 
 
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Hinter Ferrano geht es steil nach oben, bis ich am späten Nachmittag in Consuma eintreffe, einer kleinen Siedlung an der 1050 Meter hoch gelegenen Passhöhe. Ich beziehe meine Unterkunft im Ospitale di San Domenico - dort treffe ich auch wieder auf Holger, Georges und Christine, mit denen ich zum Abendessen zusammen bin.
 
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Wieder ins Arno-Tal hinab

Am nächsten Tag bleibe ich zunächst in Höhen von 800 bis 1100 Metern. Hier ist der Frühling im April noch nicht so weit fortgeschritten. Im Buchenmischwald blüht das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis).
 
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In 1070 Metern Höhe stellt sich im Frühlingswald auch das Männliche Knabenkraut (Orchis mascula) ein. Und auf den Wiesen blüht Anacamptis morio. Immer wieder huschen grüne Eidechsen über den Weg. Im winzigen Dorf Gualdo steht ein Holzkreuz an der Straße. Ich überquere einige Höhenzüge und Bäche, bis der schmale Wanderweg wieder ins Arno-Tal hinabführt. Hier ist der Fluss viel kleiner, aber auch natürlicher und wilder als in Florenz. Bald darauf treffe ich in Stia ein. Ich übernachte in der Domus Pacis und treffe mich mit Holger, Georges und Christine zum Abendessen.
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