Foreste Casentinesi


Auch die heller blühende und kleinere Ophrys minipassionis blüht hier. Erst in Knospen
ist Himantoglossum adriaticum. Bei der Betrachtung dieser Orchidee durchs Objektiv kommt Holger vorbei, wir laufen zusammen bis zum Dorf Casalino und sind dankbar, dass die Hirtenhunde, vor denen am Straßenrand gewarnt wird, heute gnädig gestimmt sind. Im dichten Wald leuchten die hellgelben Blüten von Orchis provincialis. Der Weg führt langsam ins Tal hinab, in dem Menschen im 11. Jahrhundert das Benediktinerkloster Camaldoli bauten. 
Nach Besichtigung der Klosterkirche beginnt ein steiler Anstieg durch den Wald. Hier muss erst vor kurzer Zeit ein Sturm durchgefegt sein. Der Weg ist mühsam, weil immer wieder Baumstämme quer liegen. Erst in der Höhe wird es angenehmer. Im Rifugio Cottozo gönne ich mir eine Pause und plaudere mit Rachel und Emanuele, die dort mit ihrem Hund Station machen. Durch wunderschöne Buchenwälder steige ich nach Badia Prataglia hinab, das ich nach 29 Kilometern etwas erschöpft erreiche.
Am nächsten Morgen geht es erst in ein Bachtal hinab, dann steil hinauf zum 1134 Meter hohen Poggio Aguzzo. Vorher habe ich noch einen schönen Blick auf das Städtchen Badia Prataglia und passiere einen Fonte del Pellegrino, einen Pilgerbrunnen.

An Orchideen sehe ich zuerst eine Blattrosette der Bienenragwurz (Ophrys apifera) - diese blüht erst ab Ende Mai.




La Verna
Durch diesen Wald zu gehen, ist wie ein Wunder. Er heißt Foresta Sacra, Heiliger Wald. In den Felswänden gibt es immer wieder kleine Öffnungen, Eingänge zu Höhlen, in denen Franziskus und seine Gefährten oder Gefährtinnen vor mehr als 800 Jahren ein hartes Nachtlager fanden. Endlich findet mein suchender Blick auch das erwartete Klostergebäude hoch oben auf dem Felsen. Der Weg zieht sich weiter in einem großen Linksbogen, bis ich die Kapelle der Vögel erreiche.










