Gotland

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Fårö kyrka

Schneller als gedacht bin ich in Fårösund und dann auf der Fähre nach Fårö. Die Bewohner der Insel haben sich mit Erfolg gegen eine Brücke gewehrt - sie wollten eine richtige Insel bleiben. Als Kompromiss wurde die kostenlose Fährverbindung eingerichtet. Die Kirche von Fårö wurde erst im 14. Jahrhundert gebaut. 

faro kirche

Ein Tafelbild von 1767 zeigt eine Windmühle, wie sie auf Fårö wie auf Gotland und Öland zahlreich zu finden sind.

faro gemaelde

karte linne

 

Etwa 26 Jahre vor Entstehung dieses Tafelbilds war Carl von Linné auf Gotland und Fårö unterwegs. Eine Gedenktafel an der Kirche erinnert an seine Reise im Jahr 1741, die in der Biografie des Botanikers von entscheidender Bedeutung war. Linné war am 29. Juni 1741 in dieser Kirche, sein Reisebericht Ölandska och Gothländska Resa erschien 1745, die deutsche Übersetzung 1764.

Im Dünenwald Ullahau

Ich schlage mein Zelt für zwei Nächte am Sudersand auf, einem sehr noblen Campingplatz mit einem schönen Sandstrand. Am 2. Juni erkunde ich zunächst das Naturreservat Ullahau, ein mit Kiefern bewachsenes Sanddünengebiet. Hier gesellt sich das Moosglöckchen (Linnea borealis) zu den beiden anderen stillen Waldblumen, der Schattenblume (Maianthemum bifolium) und dem Siebenstern (Trientalis europaea).

linnea

Am Fårö Fyr

Am Leuchtturm von Fårö laufe ich durch trockene Kiefernwälder, ohne das erhoffte Kleine Zweiblatt (Neottia cordata) zu finden. Die häufigste Orchidee auf Fårö ist Cephalanthera longifolia, die manchmal in schönen Gruppen blühen.

leuchtturm farocephalanthera longifolia

An der Küste sind auch wieder Dactylorhiza incarnata zu finden, und eine Platanthera bifolia treibt ihre Knospen aus. Direkt auf dem Kieselstrand blühen die hübschen Polster der Strand-Grasnelke (Armeria maritima).

armeria maritima

Nach einem Bad am Sandstrand radle ich weiter nach Norden. Unterwegs begegnen mir schöne Gruppe der ohne Chlorophyll lebenden Vogelnestwurz (Neottia nidus-avis). Und auf einer Küstenwiese nahe des Dorfes Skär blühen zahlreiche Holunderknabenkräuter (Dactylorhiza sambucina), alle in gelb mit rötlichen Pünktchen auf der  Lippe. Auch Cephalanthera longifolia und knospende Platanthera bifolia sind auf dieser Wiese zuhause.

neottia nidus avisdactylorhiza sambucina

 

 

 

 

 

 

 

Abschied von Fårö

Mit dem 300-mm-Objektiv (AF-S Nikkor 300 mm 1:4E PF ED) und 1,4-Telekonverter gehe ich auch immer wieder auf Vogelbeobachtung. Brandgänse (Tadorna tadorna) sind mir schon an der südschwedischen Küste aufgefallen. Auf Fårö begegnet mir eine ganze Familie mit elf Kindern, genug für ein Fußballteam.

brandgans

Dann heißt es Abschiednehmen vom nördlichsten Punkt meiner Reise. Am 3. Juni radle ich nach einem kurzen aber heftigen Gewitterregen wieder in Richtung Süden. Hinter der Kirche von Fårö komme ich an eine Wiese mit schönen Dactylorhiza incarnata, alle in der hellrosa Blütenfarbe. Außerdem blühen hier auch Orchis militaris und Neottia ovata. Und Orchis mascula ist inzwischen schon verblüht.

dactylorhiza incarnata 3

 Bevor mich die kleine Fähre wieder nach Gotland bringt, schaue ich mir noch die Hütte von Josefina Sundberg (1856-1935) an, die hier neben einer alten Windmühle noch erhalten ist.

faro huette