• Dactylorhiza incarnata
  • Gymnadenia conopsea
  • Ophrys lucis
  • Nigritella bicolor
  • Ophrys atlantica
  • Liparis loeselii
  • Corallorhiza trifida

Orchideen sind anders.

In vielerlei Hinsicht. Aber im Vergleich zu einer Lilie lässt sich zeigen, was alle Arten der Pflanzenfamilie der Orchideen gemeinsam haben.

Die hier links abgebildete Madonnen-Lilie (Lilium candidum) aus Nordgriechenland hat sechs Blütenblätter, sechs Pollen tragende Staubblätter und einen Stempel für die Befruchtung mit Pollen. Die Licht-Ragwurz (Ophrys lucis) daneben hat ebenfalls sechs Blütenblätter, von denen eines aber besonders geformt ist, als Lippe gestaltet ist. Diese bildet im Zentrum der Blüte eine Säule mit den Staubblättern (Antheren), die den in Pollinien gebündelten Pollen tragen. Darunter befindet sich am Eingang einer Öffnung der als Stigma bezeichnete Bereich für die Befruchtung. Sowohl Lilien als auch Orchideen haben jeweils drei äußere Blütenblätter (Sepalen) und drei innere Blütenblätter (Petalen) - allerdings werden nur zwei so genannt. das dritte Petal ist zur Lippe geformt.    

lilie orchidee

Orchideen sind den meisten als exotische Boten aus den Tropen bekannt. Sie sind aber auch in Europa zu finden - überall dort, wo ihre Ansprüche an Boden, Licht und Klima erfüllt sind. Wo unsere Lebens- und Wirtschaftsweisen ihnen noch ein wenig Platz gelassen haben.

Die Bestandsentwicklung der europäischen Orchideen ist ein Frühwarnindikator für Umwelt und Klima. Während einige kaum gefährdet sind oder sich sogar ausbreiten können, sind andere Arten akut bedroht von Straßen- und Siedlungsbau, Landwirtschaft, Freizeitindustrie oder von der Klimakrise.

Für die genaue Bestimmung und Abgrenzung von Arten sind die Typusbelege in Herbarien wichtig.